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Sie soll gegen Aufständische oder Demonstranten eingesetzt werden und über Entfernungen von bis zu zwei Kilometern wirken. Finanziert wird ihre Entwicklung durch das US-Militär. Dies enthüllte die Biowaffen-kritische Organisation Sunshine Project, die Büros in Texas und Hamburg unterhält. Ihre Experten erzwangen die Herausgabe entsprechender Dokumente von der US-Regierung durch das in den USA gültige Informationsfreiheitsgesetz (Freedom of Information Act).

Plasmawolken prallen auf die Haut

Bei diesem neuen Typ nichttödlicher Waffen handelt es sich um Pulsed Energy Projectiles (PEP; etwa: gestoßene Energiegeschosse). Sie beruhen auf einem Laser, der in rascher Abfolge kurze Stöße energiereicher Lichtstrahlen abfeuert. Beim Auftreffen auf ein Ziel verdampfen sie dessen Material und ionisieren es zugleich, so dass eine Wolke elektrisch geladener Teilchen um die Stelle des Einschlags entsteht; Physiker sprechen von einem Plasma. Wird ein Mensch getroffen, prallen solche Plasmawolken wie eine Geschosssalve heftig gegen die Haut und lösen dabei in den Nervenzellen starke Schmerzreize aus.

Die Forschung über „Sensorische Auswirkungen elektromagnetischer Stöße, bewirkt durch Laser-induzierte Plasmen“ – so der Projekttitel – wird im Auftrag des „Office of Naval Research“
(Marineforschungsbüro) an der University of Florida vorgenommen.

Maximale Reizung der Nervenzellen

Ziel ist es, die „Nervenzellen maximal zu reizen, ohne das Gewebe zu schädigen“ – anders gesagt: Die stärksten gerade noch erträglichen Schmerzen zu verursachen, ohne das Opfer zu verletzten oder gar zu töten. Wo diese Schwelle liegt, wollen die beteiligten Forscher nun in Experimenten mit Nervenzellkulturen herausfinden. Tierversuche ergaben, dass die Effekte der PEP – neben den Schmerzen traten auch zeitweilige Lähmungen auf – getroffene Personen buchstäblich umwerfen können.

Schmerzforscher zeigten sich angesichts dieser Entwicklung befremdet. Sie sehen das ursprüngliche Ziel ihrer Forschungsarbeit, nämlich Stoßlaser zur Bekämpfung von Schmerzen einzusetzen, pervertiert. „Ich bin tief besorgt über die ethischen Aspekte solcher Experimente“, erklärt der Heidelberger Schmerztherapeut Klaus Sommer.

Schmerzforscher sind entsetzt

„Schmerzen willkürlich auszulösen ist gefährlich, denn schon dieser Prozess kann die Nocizeptoren irreparabel schädigen, so dass chronische Schmerzen entstehen.“ Selbst nicht gewebsschädigende Stöße oder Pulse könnten die Funktion des Nervensystems dauerhaft verändern, hinzu kommen mögliche psychische Schäden. „Über solche Langzeitwirkungen“, so Sommer weiter, „wissen wir fast nichts. Auch die Versuche an Nervenzellen geben über solche Folgen keine Auskunft.“ Überdies könnten PEP auch als Folterinstrumente dienen. Dessen ungeachtet geht nach Erkenntnissen des Sunshine Project die Entwicklung der PEP-Waffensysteme in Florida weiter: Bis 2007 sollen sie einsatzfähig sein.

Trotzdem tödlich?

„Pulsed Energy Projectiles wurden als tödliche Waffe von den US-Militärs entwickelt – und diese Waffe soll jetzt mit dem Etikett ´nicht-tödlich´ versehen werden, um sie international hoffähig zu machen. Im Ernstfall würde sie aber genau so zum Töten eingesetzt wie jede andere militärische Waffe auch.”, kommentiert indes Sabine Schupp vom Hambueger Büro des Sunshine Project.

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